Wissenswertes zu Feinstaub

Was ist Feinstaub?

Feinstaub setzt sich aus unterschiedlichsten Stoffen zusammen die als Partikel für einen gewisse Zeit in der Atmosphäre bleiben bevor sie zu Boden sinken. Die Zusammensetzung ist extrem vielschichtig. Feinstaub kann sich aus hochgiftigen Stoffen aus Verbrennungsprozessen und Industrie bis zu natürlichen Partikeln zusammensetzen. Neben primärem Feinstaub gibt es auch sekundären Feinstaub, der erst durch Vorläufersubstanzen in der Atmosphäre entsteht.

Die Abbildung zeigt Pollen unterschiedlicher Pflanzenarten unter dem Mikroskop.

Je nach Größe der Partikel unterscheidet man im Wesentlichen zwischen PM10 oder PM2.5 (PM steht für Particulate Matter). Dies beschreibt Staubteilchen, deren Durchmesser kleiner als 10 beziehungsweise 2,5 Mikrometer ist. Als Ultrafeinstaub (UFP) werden ultrafeine Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 µm bezeichnet.

Wie entsteht Feinstaub?

Feinstaub kann sowohl aus natürlichen wie auch antropogenen Quellen stammen. Zu den natürlichen Quellen gehören beispielsweise Erosionen, Vulkane, Pilzsporen, Pollen, Saharastaub oder Meersalz.

Hauptemittenten für menschlich erzeugten Feinstaub sind folgende:

Abgase: In Großstädten und Ballungsgebieten ist der Straßenverkehr die größte Feinstaubquelle. Dieselmotoren stehen besonders im Fokus, obwohl auch beim Verbrennungsprozess in modernen Benzinmotoren mit Direkteinspritzung Ultrafeinstaub entsteht. Beim Flugverkehr entstehen Abgase aus Kerosinverbrennung. Ein Gramm Kerosin verbrennt zu 100 Milliarden ultrafeinen und gesundheits-schädlichen Partikeln. Auch die Schifffahrt trägt ihren Teil dazu bei: Bei einem rund 200 Metern langen Schiff mit einer Leistung von rund 36.000 kWh, werden bei der Verbrennung von Schweröl pro Tag mehr als 400 Kilogramm Feinstaub freigesetzt.

Abrieb: Abrieb entsteht vor allem im Straßenverkehr als Reifen-, Brems- und Straßenabrieb. An stark befahrenen Straßen sind die Konzentrationen oft besonders hoch. Aber auch in U- und S-Bahnhöfen gibt es Feinstaub durch Abrieb aus dem Bahnbetrieb, etwa von Rädern und Gleisen.

Heizung: Feststofffeuerungsanlagen wie Pellets-, Holz- und Kohleöfen geben Ruß und damit Feinstaub ab. Wenn Holz verbrannt wird, treten viel höhere Emissionen auf als bei der Verwendung von Gas, Öl oder Kohle. Anlagen die automatisch betrieben werden, haben dabei wesentlich bessere Feinstaubwerte als beispielsweise ein Kachelofen der von Hand betrieben wird.

Landwirtschaft: Auch die Landwirtschaft ist eine sehr bedeutende Feinstaubquelle. Bei der Ernte sowie beim Umfüllen und Transport von Erntegut wird viel Staub aufgewirbelt. Darüber hinaus produziert die Landwirtschaft besonders viele gasförmige Vorläuferstoffe von Feinstaub. Dies geschieht z.B. durch die Ausbringung von Gülle und darüber der Freisetzung von Ammoniak.

Industrie: In der Industrie gibt es viele unterschiedliche Feinstaubquellen. Kraft- und Fernheizwerke, Abfallverbrennungsanlagen, Öfen,  der Schüttgutumschlag sowie bestimmte Industrieprozesse. Allein ein Braunkohlekraftwerk emittiert mehr als 500 Tonnen Feinstaub pro Jahr.

Sonstige: Feinstaub entsteht aber auch durch den Betrieb von Backöfen, Laserdruckern oder Kopierern. Aber auch durch Tabakwaren, beim Staubsaugen, beim Ausmisten von Kleintierkäfigen, beim Abbrennen von Kerzen und Räucherstäbchen .

In der kalten Jahreszeit gibt es besonders viel Feinstaub in der Luft. Grund dafür sind Inversionswetterlagen die den Luftaustausch hemmen. Im Normalfall ist die Luft am Boden wärmer und wird nach oben hin kälter. Bei Inversionswetterlagen ist das Gegenteil der Fall. Eine kalte Luftschicht ist in Bodennähe und wird von einer wärmeren Luftschicht eingeschlossen. Das betrifft dann auch Feinstaub und andere Schadstoffe.

Ob und wie gesundheitsschädlich Feinstaub für den Einzelnen ist, kommt auf die Dauer und die Dosis der man ausgesetzt ist an.

Wie wirkt Feinsstaub auf die Gesundheit?

Feinstaub dringt über die Atemwege tief in die Lunge ein und kann zu Schlaganfällen, Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz, Asthma oder Krebs führen. Für die Gesundheit gilt: Je kleiner die Partikel sind, umso gefährlicher sind sie. Nach Angaben des Umweltbundesamtes sterben pro Jahr mindestens 45.000 Menschen an den Folgen der Feinstaubbelastung. Das sind mehr als zehn Mal so viele wie bei Verkehrsunfällen.

Ultrafeine Partikel sind dabei besonders gefährlich. Sie sind zellgängig und gelangen über den Blutkreislauf bis ins Gehirn. Für diese UFP gibt es bisher noch keine Immissionsgrenzwerte.